Inhaltsverzeichnis:

  • Eine daoistische Fallanalyse des Bentun Qi
  • Ein Film über die Behandlung
  • Ein Artikel über die Krankheit Bentun Qi (deutsche Version)
  • 熊春锦先生文章-奔豚气


Eine daoistische Fallanalyse des Bentun Qi

Die folgende Schilderung eines Behandlungsfalles dient zum besseren Verständnis der Krankheit Bentun-Qi und der praktischen Vorgehensweise in der Dao-Medizin.

1. Anamnese

Die 38-jährige Patientin klagt über seit Januar 2007 bestehende, episodisch auftretende, brennende Bauchschmerzen, die caudal links vom Bauchnabel ausgehen und entlang des Oberbauches und des Brustbeins bis zum Kehlkopf ausstrahlen. Als begleitende Beschwerden gibt die Patientin Herzrasen, Schwindel, Engegefühl im Hals und Luftnot an.

Es wurde zweimalig eine stationäre Diagnostik durchgeführt. Aus den Untersuchungsergebnissen von Gastroskopie, Sonographie-, MRT-Abdomen, CT des kleinen Beckens, EKG, Echokardiographie, Laboruntersuchungen (etc.) ergab sich kein klarer Befund. Die Patientin wurde zunächst symptomausgerichtet behandelt mit Analgetika und Antispastika.

Später erfolgte eine gynäkologische Diagnostik. Die Laparoskopie im März 2008 ergab einen Verdacht auf peritoneale Adhäsionen. Es erfolgte eine Adhäsiolyse am Peritoneum.

Aufgrund weiter bestehender Beschwerden wurde eine Umbilikalhernien-Operation im Mai 2008 durchgeführt, da hier die Ursache vermutet wurde.

Die Patientin kommt gebürtig aus Russland, der Ehemann verstarb vor 3 Jahren durch einen Hirntumor. Er habe vorher 11 Jahre lang sehr unter seiner Erkrankung gelitten und sei während dieser Zeit mehrfach operiert worden. Die Patientin musste den Ehemann pflegen und parallel zwei Kinder großziehen. Sie litt bzw. leidet subjektiv sowohl unter erheblichem körperlichen als auch psychischen Stress. Auf nähere Nachfrage hin gab sie an, dass die Beschwerden schon vor mehr als 3 Jahren bestanden hätten und sich nunmehr seit über einem Jahr progredient verschlechterten.

Nach Ausschöpfung des Diagnose- und Behandlungsspektrums der westlichen Schulmedizin kam die Patientin im April 2009 in meine Praxis, um sich nach den Methoden der alten chinesischen Medizin behandeln zu lassen.

2. Befundkonstellation

Gesichtsdiagnose:
Die Reflexzone des Herzens zwischen den Augenbrauen und die um die Nase herum gelegenen Reflexzonen des Magens und der Milz erscheinen dunkel und grau.

Zungendiagnose:
Die Farbe der Zunge ist dunkel-rot. Der Zungenbelag ist weißlich mit einem leichten Gelbstich.

Pulsdiagnose:
In der Guan-Position (关部) tiefer saitenförmiger Puls

Mithilfe der speziellen Dao-Techniken 'Schwertfinger' und 'Handaugen' konnte folgender weitergehender/-leitender Befund erhoben werden:

Ein Krankheitsherd befindet sich im Bereich um den Bauchnabel; dabei handelt es sich um einen Qi-Krankheitsherd; dieser reflektiert grau-schwarz mit einem Stich ins rötliche und ins grünliche. Das krankhafte Qi sammelt sich im unteren Dreifach-Erwärmer.
Es besteht eine Stagnation von Qi in Magen und Leber. Die Tore der Leber hin zur Körperoberfläche, Gan-Shu (肝俞) und Hun-Men (魂门), sind nicht durchlässig.
Im Bereich des unteren Dreifach-Erwärmers entsteht in der einen Niere das Feuer-Qi und in der anderen das Wasser-Qi - im Falle der Patientin ist die Seite des Feuers zu schwach, die des Wassers zu stark.
Unterhalb des Guan-Yuan-Punktes (关元) im Bereich des unteren Dreifacherwärmers, d.h. im Bereich des Chong-Mai (Penetrationsgefäß), befinden sich viele Zweige, die für die Ausscheidung von krankem und verbrauchtem Qi durch die Füße in die Erde hinein zuständig sind - bei der Untersuchung kann festgestellt werden, dass diese Funktion bei ihr eingeschränkt ist.

3. ‚Identifikation’ (辩证) in der Dao-Medizin

In der Anwendung der alten chinesischen Medizin, der Dao-Medizin, sind vier Grundprinzipien der Diagnose zu beherrschen: Inspektion (望, sehen), Auskultation (闻, hören), Anamnese (問, befragen) und Palpation (切, betasten). Aus ihnen ergibt sich für den Behandelnden ein Gesamtbild des Patienten. Eine so ausgerichtete Medizin verlangt vom Arzt die Kultivierung eigener energetischer Fähigkeiten und eine exakte Anwendung der vier erkenntnisleitenden Grundprinzipien. Der Behandelnde bewegt sich dabei unabhängig von äußerlich applizierten Untersuchungsmethoden und der Bestätigung durch Messgeräte.
Dinge, welche zwar Energie besitzen, jedoch keine sichtbare Erscheinung haben, wie Jing, Qi und Shen im menschlichen Körper, vermag die moderne Gerätemedizin nicht in den Blick zu bekommen, zu analysieren oder zu diagnostizieren. Durch Anwendung der vier Grundprinzipien und mithilfe der eigenen energetischen Fähigkeiten ist es jedoch möglich, pathologische Veränderungen des Jing, Qi und des Shen zu 'durchleuchten'.

Die Inspektion im Gesicht vermittelt verwertbare Hinweise auf Veränderungen in bestimmten Organen. Der Bereich zwischen den Augenbrauen entspricht dem Herzen und der Bereich um die Nase Magen und Milz. Anhand des Qi und der Farbe dieser Bereiche können wir über den Zustand der jeweiligen Organe Aufschluss gewinnen.
Beim Gesunden haben die Nasenflügel eine leuchtende gelbe Farbe -
hingegen gibt die dunkle und graue Farbe im Falle unserer Patientin einen Hinweis auf die pathologische Veränderung des Qi in den betreffenden Bereichen.

Die Zunge erscheint dunkel-rot, ein Hinweis auf Stagnation.
Der weiß-gelbliche Belag deutet auf Hitze im mittleren und unteren Dreifach-Erwärmer hin; in diese Hitze mischt sich auch Nässe und Wasser-Qi.

Desweiteren klagt die Patientin über Bauchschmerzen. Die wichtigste Pulsqualität hinsichtlich der Bauchbeschwerden finden wir unter dem Mittelfinger, in der Guan-Position (关部). Die innere Veränderung wird an dieser Stelle reflektiert. Der Behandelnde sendet von hier aus sein eigenes Qi und kann dadurch die entsprechenden Felder 'durchleuchten'.
Im hier vorliegen Fall bemerkte der Behandelnde, der mit der Patientin in Qi-Verbindung stand, ein Stagnations-Syndrom in seinem eigenen rechten Bauchbereich. Dieses diagnostische Phänomen hatte allerdings seinen Auslöser im linken Bauchbereich der Patientin - wobei nebenbei erwähnt sei, dass die Energiefelder von Mann und Frau spiegelverkehrt ausgerichtet sind.

So werden die Informationen aus dem Körper des Patienten für denjenigen des Behandelnden auf zwei Arten 'lesbar': zum einen anhand der exakten individuellen Puls-Eigenschaften und zum anderen durch eine energetische Verbindung des eigenen Qi mit dem des Patienten.

4. Zu den speziellen Techniken von 'Schwertfinger’ und ‚Handauge' in der Dao-Medizin

In der Diagnostik der Dao-Medizin gibt es besondere Techniken und Methoden.
So kamen auch hier die erwähnten Techniken Schwertfinger und Handaugen zum Einsatz. Man sendet unsichtbares Qi aus dem eigenen Finger aus und diagnostiziert mittels Handaugen und dem dritten Auge. Diese Methode dient einer genaueren, feiner justierten Diagnose und einem ganzheitlichen Erfassen des Krankheitsgeschehens.
In unserem Fall ergab sich mittels Schwertfinger- und Handaugen-Diagnostik der oben gekennzeichnete Befund.
Das im unteren Dreifacherwärmer entstehende kranke Qi deutet durch seine Farbe, grau-schwarz mit einem rot- und grün-Stich, darauf hin, dass es ursprünglich aus den Nieren stammt und sich mit Nässe-Qi aus dem Magen sowie Ying-Holz-Qi aus der Leber vermischt hat. Mangel an Yang-Feuer-Energie und Überschuss von Ying-Wasser in den Nieren waren die direkten Ursachen für seine Entstehung.
Die Entstehung des kranken Qi wird durch den Leber-Qi-Stau und die eingeschränkte Ausleitungsfunktion des Chong-Mai im Bereich des unteren Dan-Yuan zusätzlich begünstigt.
Bei Müdigkeit oder äußeren Temperaturschwankungen kann sich ein Teil dieses krankhaften Qi abspalten und nach oben entlang des Chong-Mai bis zum Kehlkopf strömen. So entsteht das hier vorgestellte Krankheitsbild. Durch die Abspaltung und Bewegung des krankhaften Qi kann es – wie auch im hier vorliegenden Fall- zu Brennen und anderen Schmerzempfindungen führen,. schlimmstenfalls sogar zum Schock.

5. Diagnose

Die Untersuchung und Analyse zeigt, dass wir es hier mit einer in der chinesischen und daoistischen Medizin häufig beschriebenen typischen Krankheit zu tun haben.
Man nennt diese Krankheit „Bentun-Qi“, das „Qi des lebhaften Ferkels“.
Sie entsteht auf der Qi-Ebene. Das Qi im Körper erfährt eine pathologische Veränderung und bringt so die Krankheit hervor.

Wir haben hier ein gutes Beispiel um die unterschiedlichen Herangehensweisen der daoistischen, der chinesischen und der westlichen Medizin zu veranschaulichen.

6. Therapiekonzept

Nachdem die Stagnation ausfindig gemacht wurde, kann der Behandelnde mit seinem eigenen Qi aus der Schwerthand das kranke Qi nach unten zwingen und über die Fußsohlen aus dem Körper ausleiten. Der Patient kann mit eigenen Übungen einen ähnlichen Effekt erzielen. Wenn der Zeitpunkt der Krankheitsentstehung nicht allzu lange zurückliegt, bietet sich mit dieser Methode die Aussicht auf eine schnelle Heilung, ohne dass andere Verfahren notwendig wären.

Therapeutisch kommen in der Dao-Medizin darüber hinaus vor allem Akupunktur und die Einnahme von Kräutern zum Einsatz. Akupunktur macht die Meridiane durchlässig und das stagnierende kranke Qi im Körper wird durch entsprechende Punkte an der Körperoberfläche ausgeleitet. Frisches gesundes Qi kann in den Körper.
Der Krankheitsherd im Körper unserer Patientin ließ sich im unteren Dreifacherwärmer lokalisieren und war im Energiefeld der Nieren entstanden. Um das Qi zu reharmonisieren und die Nierenfunktion an der Wurzel zu regulieren, sollten die Punkte Ming-Men (Lebenstor) und Shen-Shu (Transportpunkt zur Niere) durchlässig gemacht werden.
Als zweites sollten die Punkte Gan-Shu (Transportpunkt zur Leber, Bl 18) und Hun- Men (Tor der Geistseele, Bl 49) geöffnet werden.
Als drittes ist im Fall unserer Patientin der Magen von besonderem Interesse: hier lag sozusagen der Zünder der Krankheit. Das hier entstandene krankhafte Qi beeinflusste die Nieren. Somit kam es zur Qi-Stagnation in den Nieren. Deshalb war die Regulation des Magen-Qi ebenfalls ein wichtiger Ansatzpunkt für die Therapie.
Speziell in diesem Fall konnten wir durch Behandlung der drei oben genannten Komponenten und durch Austausch von verbrauchtem und frischem Qi einen idealen Behandlungserfolg erzielen.

Wenn sich bei lang andauernden Krankheitsbildern krankes Qi über längere Zeit in tiefer liegenden Organen befindet, sollte man die Behandlung mit Kräutern ergänzen. So kann man tiefer liegendes krankes Qi ausleiten und die Körperfunktionen regulieren.

In diesem Fall steht die Krankheit in direktem Zusammenhang mit pathologischen Qi-Veränderungen in Leber, Nieren und Magen. Deshalb sollte man bei der Behandlung die Qi-Stauung in der Leber lösen, das Nieren-Qi nähren und das Magen-Qi regulieren.
Desweiteren soll Stase beseitigt und das Blut aktiviert werden.
Zusätzlich wurde der Patientin das folgende Kräuterrezept verabreicht:

Ochre Haematitum(Dazheshi) 30g, Radix scutellariae (Huanqin) 12g, Radix Puerariae (Gegen) 20g, Radix Paeoniae alba (Baishao) 15g, Cortex mori Albae Radicis (Sangbaipi) 15g, Radix Angelicae Siensis (Danggui) 12g, Rhizoma Chuanxiong (Chuanxiong) 6g, Rhizoma Pinelliae Preparata (Banxia fa) 12g, Ingwer 10g, Radix Glycyrrhizae (Gancao) 6g.

7. Bisheriger therapeutischer Verlauf

Nach der ersten Diagnostik und anschließenden Behandlung mit dem Schwert-Qi hatte die Patientin ein Schweregefühl in ihren Beinen, was auf den Ausscheidungsprozess zurückzuführen ist. Die Bauchschmerzen gingen etwas zurück.
Nach der ersten Akupunkturbehandlung kam es zur deutlichen Linderung der Schmerzen. Durch den unterstützenden Einsatz der Kräutertherapie ist die Patientin mittlerweile fast schmerzfrei.

Anmerkung:

Wie auch anhand dieser Fallanalyse deutlich werden kann, verfügt die alte chinesische Medizin in ihren Ursprüngen über eine völlig eigene Methode. Im Zuge der weltweiten Verbreitung der chinesischen Medizin in Form der TCM ist diese ursprüngliche Methode leider größtenteils verloren gegangen.
Die Dao-Medizin integriert in ihrem Ansatz die drei Schätze des Körpers: Jing, Qi und Shen. Die chinesische Medizin als TCM beschäftigt sich mit Jing und Qi, jedoch nicht mit Shen. Die westliche Medizin arbeitet ausschließlich auf der Jing-Ebene und bewegt sich nicht auf der Qi-Ebene.
TCM läuft heute durch eine einseitige Schwerpunktsetzung Gefahr, von der Methodik der modernen westlichen Medizin stark vereinnahmt zu werden, wodurch sie allerdings den größten Teil ihrer Kraft zu verlieren droht. Aus diesem Grund ist es uns ein besonderes Anliegen, die Dao-Medizin als alte Wurzel der chinesischen Medizin zu pflegen und zu erhalten.
Ein Film über die Behandlung

Der Film “Bentu Qi“, ein Film über die praktische Anwendung der daoistischen Medizin mit Großmeister Xiong und Frau Lü

Hier können Sie auch den Film auf YouTube sehen:

 

(Bitte zum Starten anklicken)

Teil 2

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

 

奔豚气
Bentun-Qi - Das Qi des lebhaften Ferkels.
Eine daoistische medizinische Analyse

Wei Lü

Über die diagnostische Bezeichnung „Bentun-Qi“

"Bentun-Qi" ist ein sehr altes Krankheitsbild. 豚 (Tun) bedeutet 'Ferkel'. Wie zu den Zeiten des Gelben Kaisers und Laozis in der alten chinesischen Medizin üblich, beschreibt dieser Name das äußere Erscheinungsbild der Krankheit. Er deutet jedoch auch direkt auf die Wirkungsweisen der inneren Ursachen hin: 亥 (Hai), 'Schwein', wird der Wandlungsphase Wasser zugeordnet. Wie in den berühmten Klassikern der alten chinesischen Medizin, dem Ling-shu (灵枢), dem Nan-jing (难经) , dem Jin-kui-yao-lue (金匮要略) und dem Yi-zong-jin-jian (医宗金监) erwähnt wird, gehört Bentun-Qi zu einer der fünf Klassifikationen der Qi-Anhäufungen und bedeutet hier eine Qi-Anhäufung in den Nieren.
Bentun wurde zum ersten Mal im Ling-shu – Xie-qi-zang-fu-bing-xing (灵枢•邪气藏府病形) erwähnt.
Im 56. Kapitel des Nan-jing (难经•五十六难) lesen wir:
„Die Qi-Anhäufung in den Nieren entsteht im Unterbauch und breitet sich bis zum Herzen aus. Wie ein rastloses Ferkel wandert das Qi mal nach oben, mal nach unten, unberechenbar“.

Dazu heißt es im Jin-kui-yao-lue (金匮要略):
„Die Bentun-Krankheit entspringt dem Unterbauch, zieht nach oben bis zum Kehlkopf, und ist begleitet von episodisch wiederkehrenden unerträglichen Schmerzen. Die Ursachen sind ausschließlich auf Schrecken und Angst zurückzuführen.“.

Und im Nei-Jing (内经) steht: „Schrecken verursacht die Unordnung des Qi, Angst führt zur Senkung des Qi.....“.

In der chinesischen Medizin werden die Emotionen Schrecken und Angst den Nieren zugeordnet. So sind die Nieren für die Entstehung dieser Krankheit verantwortlich. Sie wird hervorgerufen durch nach oben strömendes, kaltes, ungesundes Qi. Das Symptombild von Bentun erweckt die Assoziation eines rasenden Ferkels – wie im Shang-han-run-zhi-jie (伤寒论直解) zu lesen, „Das Ferkel gehört zum Wasser und ist rastlos.“

Identifikation der Krankheitsmechanismen: [Wirkungsmechanismen und Symptomatik]

Der Arzt Zhangzhongjing hat in seinem berühmten Werk, Jin-kui-yao-lue – bentun qi bing mai zheng zhi di ba (金匮要略•奔豚气病脉症治第八), diese Krankheit systematisch wie folgt rückgebunden: „Die vier Symptome, das Erscheinungsbild des rasenden Ferkels, Erbrechen von eiterigem Schleim, Angst und die Erscheinung von ungesundem Feuer, haben alle ihre Wurzel in der Angst.“ Zhangzhongjing hat an dieser Stelle die Mechanismen des Qi-Verlaufes nicht weiter verfolgt, da diese in dem zu jener Zeit allgemein bekannten Neijing schon sehr klar ausgeführt worden waren.
So wurden Krankheiten stets anhand des im Neijing beschriebenen grundlegenden Prinzips der drei Schätze Essenz, Qi und Geist erklärt.
Dort wird die Ursache von Bentun-Qi im Einfluss der Emotionen auf das Qi verortet. Der durch äußere Ursachen hervorgerufene Schrecken ist als Auslöser für die Unordnung des Qi in den Nieren-Emotionen anzusehen. Eine Angst entsteht durch inneres Yin, die sich kategorisch unterscheidet von gewöhnlicher Angst.
Da das Nieren-Qi die vorgeburtliche Verwurzelung und die nachgeburtliche Stütze ist, können krankhafte Veränderungen der Emotion der Nieren auch Veränderungen der vier anderen Emotionsformen nach sich ziehen.

Solche emotionalen Alterationen führen zur Entstehung von innerem ungesunden Qi und schaden der Leber und den Nieren.
Das im unteren Dreifach-Erwärmer angehäufte kalte Wasser konnte nicht transformiert werden und sammelt sich an. Übermäßiges Schwitzen und Kältebefall führen zur Schwächung des Yang-Qi im Herzen. Dadurch kann das Wasser-Qi mit Yin-Kälte-Charakter leichter nach oben steigen, so dass das kranke Qi vom Unterbauch hochströmt bis zum Herzen.
Krankes Qi in den Nieren, der Leber und dem Herzen sind häufig die Ursachen dieser Krankheit. Die spezifische Struktur des Konzeptionsgefäßes (Chong-Mai) ist dabei für den Transport des kranken Qi verantwortlich.

Der Name der hier verhandelten Krankheit fasst auf bildhafte Art und Weise ihre Charakteristik. Das Leitsymptom sind episodisch auftretende, krampfartige Schmerzen im Unterbauch, welche über den Thorax bis hinein in den Kehlkopf ziehen.
Weitere Symptome sind Beklemmungsgefühl, Luftnot, Schwindel, Sehstörung, Herzrasen, Unruhe, Krämpfe und Aufstoßen. Nach Anfällen treten diese Symptome wieder zurück.
In selteneren Fällen kann es auch zu Schüttelfrost, brennender Hitze oder Erbrechen von gelbem Schleim kommen.
Das wichtigste diagnostische Merkmal ist das Nach-oben-steigen von krankhaftem Qi aus der Bauchnabelgegend. Häufig geht dies mit Bauchschmerzen einher. Zum Teil ist es begleitet von wechselhaften Hitze- und Kälte-Empfindungen oder brennender Hitze sowie Krämpfen bis hin zum Kollaps.
Der Patient spürt häufig mehr oder weniger deutlich das Aufsteigen des kranken Qi vom Bauchnabel durch den Thorax bis zum Kehlkopf. Andere spüren das Aufsteigen nicht so deutlich, sondern lediglich ein Beklemmungsgefühl in Kehlkopf und Thorax. Bei diesen atypischen Fällen ist die Krankheit häufig begleitet von Stauung des Leber-Qi, emotionalem Ungleichgewicht und anderen Symptomen.
Diese atypischen Krankheitsbilder sollte man sorgfältig analysieren; das ist wichtig bei der Differentialdiagnose.

Der Vergleich mit der modernen Medizin europäischer Prägung

Die westliche Medizin beschäftigt sich ausschließlich mit dem sichtbaren materiellen Teil des Seins. Krankheiten werden meist anhand von isolierten Aspekten fokussiert, da dieser medizinische Ansatz nicht über das Wissen der drei Schätze Essenz (精 Jing), Qi (气) und Geist (神 Shen) verfügt. Er kann Krankheiten somit nicht aus der Qi-Ebene heraus erklären.
Die westliche Medizin teilt die einzelnen Symptome jeweils ganz verschiedenen diagnostischen Zusammenhängen zu.
So wird die Krankheit Bentun-Qi z.B. diagnostiziert als vegetative Dysfunktion, als Gefäßspasmus-Syndrom, Spasmen der Bauchmuskeln, Hyperdynamisches Syndrom etc..
Das o.g. atypische Bentun-Qi wird oft fehldiagnostiziert als Magen-Darm-Entzündung, Reizdarmsyndrom, Harnwegsinfekt, Harnwegsteine, Beckenentzündung oder Eileiterentzündung.
Da die westliche Medizin die Mechanismen auf der Qi-Ebene nicht wahrnimmt, kann sie eine typische Qi-Krankheit wie das Bentun-Qi nicht richtig erkennen.

Von hier aus eignet sich diese Krankheit gut, um die Qualitäten der Chinesischen Medizin gegenüber der westlichen zu veranschaulichen und darüber hinaus zu dem Ursprung der älteren chinesischen Medizin, der daoistischen Medizin (道医 Dao-Yi), zurückzukehren.

Anhand der verschiedenen Ausgangspunkte für Diagnostik und Therapie - dem daoistischen, dem der chinesischen und demjenigen der westlichen Medizin - kann man die Position der alten chinesischen Medizin deutlich herausarbeiten.
Durch solche vergleichende Erkenntnis wird vermieden, dass die alte chinesische Medizin durch die Herangehensweise der westlich-modernen Medizin vereinnahmt wird und somit die eigene Methode verliert.

Grundansatz und Vorgehensweise in der daoistischen Medizin

Das Grundprinzip der daoistischen Medizin ist es, der „Null zu folgen“ (d.i. 道, Dào, zu folgen), „die Eins anzuwenden“ (d.i. 德, Dé/ Tugend, anzuwenden) und auf die drei Schätze Jing, Qi und Shen nicht zu verzichten. Dabei legt sie großen Wert auf die Betrachtung der Qi-Veränderungen vor allem in Hinsicht auf das Gleichgewicht zwischen der Wasser- und der Feuer-Energie im Körper. So ist auch beim Bentun-Qi der Schlüsselpunkt eine Qi-Veränderung.
Die daoistische Medizin folgt dem Prinzip der Einfachheit und verzichtet auf komplexe Hintergrund-Analytik. Sie nimmt die äußere Ursache als Hinweis auf, verfolgt die Krankheit ohne Umwege zur 'inneren Ursache' und schließlich zur 'eigentlichen Ursache' (siehe Anm. 1).

Bei Laozi lesen wir: „zhi qi bai, shou qi hei“ (知其白,守其黑), – d.h. “wissen von weiß, bewahren von schwarz” (siehe Anm. 2).
So ist es in der daoistischen Medizin äußerst wichtig, sich von den oberflächlichen Phänomenen nicht verwirren zu lassen. Man analysiert, ohne Jing, Qi (质元 Zhi-Yuan) und die Meridian-Verläufe (物元 Wu-Yuan) außer Acht zu lassen. Man sollte die qualitativen und pathologischen Veränderungen von Qi (质元 Zhi-Yuan) erfassen und die Entstehung und Ausbreitung von krankem Qi beherrschen.
So kann man die innere und eigentliche Ursache anvisieren und Krankheiten ausleiten, beseitigen und lösen.
Bei der Analyse findet man die hauptsächlich von den fünf inneren Yin-Shen beeinflusste emotionale Störung als innere Krankheitsursache (siehe Anm. 3).

„Alles kam vom Schrecken und Angst“, so heißt es in der alten chinesischen Medizin und dies sind keine leeren Worte.

Ein anderer Leitsatz lautet: „Schrecken führt zu Unordnung des Qi und Angst lässt das Qi nach unten sacken.“
‚Unordnung' bezieht sich hier auf das Yin-Wasser-Qi der Nieren und auf das Holz-Qi der Gallenblase - nach der Mutter-Sohn-Regel.
Das ‚Absacken’ bezieht sich sowohl auf das im unteren Dreifach-Erwärmer angesammelte und nicht transformierte Yin-Wasser-Qi als auch auf das aus den pathologischen Veränderungen der Yin-Holz-Emotionen in der Leber entstandene Feuer-Qi, welches sich nicht verteilen konnte; es sammelt sich im unteren Dreifach-Erwärmer an.
Yin-Wasser-Qi und Yin-Feuer-Qi strömen von dort in das Chong-Mai (Penetrationsgefäß) und sind als die innere Ursache für Bentun-Qi zu betrachten.
Beide, Yin-Wasser und Yin-Feuer sind äußere Erscheinungen des Qi. Um die innere Ursache von Bentun-Qi zu verstehen, ist es von ausschlaggebender Bedeutung, diese Veränderungen des Qi zu erkennen.

Die moderne chinesische Medizin beschäftigt sich mehr mit der äußeren Erscheinung des Yin-Wassers und Yin-Feuers. Sie verzichtet auf die Einfachheit der Qi-Ebene und nimmt den komplizierten Weg. Sie kategorisiert alle Phänomene auf ähnliche Art und Weise wie die westliche Medizin und begrenzt sich damit selbst.
Somit verliert sie ihren wahren Vorteil gegenüber der westlichen Medizin und arbeitet nicht mehr vollständig mit den drei Schätzen, Jing – Qi - Shen.

Bei der Entstehung des unsichtbaren kranken Qi (质元 Zhi-Yuan) von Bentun-Qi sind in der Klinik zwei Mechanismen zu beobachten:

a) Wasser-Qi mit Yin-Kälte Charakter aus den Nieren wird aufgrund von mangelhaftem Nieren-Feuer-Qi nicht transformiert. Dieses Qi strömt entlang des Chong-Mai nach unten und sammelt sich in der Struktur des unteren Dreifach-Erwärmers (物元 Wu-Yuan) hinter dem Bauchnabel in der Bauchhöhle an. Bei Aktivität dieses Wasser-Qi mit Yin-Kälte- Charakter spaltet sich ein Teil des kranken Qi ab und dreht sich entweder lokal im Kreis oder strömt entlang des Chong-Mai den Thorax nach oben in den oberen Bereich des Chong-Mai.
So prägt sich die Krankheit aus. Es können Spasmen der Bauchwandmuskeln, des Dammbereichs und der Gefäße in der Bauchhöhle sowie pathologische Leitungen des Nervensystems auftreten. Somit entstehen Schmerzen, krankhafte Erscheinungen im Herz-Kreislauf-System sowie vegetatives Dysfunktions-Syndrom etc.
Diese Symptome können einzeln oder auch in den verschiedensten Kombinationen auftreten.
Obwohl das Krankheitsbild sehr vielfältig sein kann, sind dies alles Folgeerscheinungen des sich im Meridiansystem ausbreitenden krankhaften Qi.
Dies Eine zu erfassen beinhaltet alle Folgeerscheinungen.
Wenn man die Qi-Veränderungen dieses Einen erfasst hat, dann kann man alle Folgeerscheinungen ganzheitlich erkennen und die Krankheit an der Wurzel fassen.

b) Das aufgrund des Yin-Holz-Qi der Leber entstandene Feuer-Qi sammelt sich im unsichtbaren Dreifach-Erwärmer. Hinter dem Bauchnabel bildet sich der ursprüngliche Krankheitsherd.
Bei Aktivität spaltet sich ein Teil des krankhaften Qi ab und strömt nach oben bis zum Kehlkopf. Somit bilden sich die wie oben beschriebenen Symptome.
Dies kann auch begleitet werden von Brennen, Kälte- und Hitze-Gefühlen etc.

Beide Mechanismen sind auf krankes Qi mit Zhi-Yuan-Charakter zurückzuführen, welches aus pathologischen Veränderungen der fünf Emotionen entstanden ist. Dies sammelt sich in der physiologischen Struktur des unsichtbaren, Qualität habenden unteren Dreifach-Erwärmers, staut sich dort und kann nicht transformiert werden.
Bei starker Stauung konzentriert sich das kranke Qi zu einem Körper und fängt an, sich zu bewegen. Als nächstes bilden sich die oben genannten Symptome. Durch immer erneute Abspaltung von krankhaftem Qi entlang des Chong-Mai aufwärts kommt es zu den wiederkehrenden, hartnäckigen Symptomen.

In der klinischen Beobachtung durch die daoistischen Medizin wird mittels innerer Betrachtung um den Nabel-Bereich im unteren Dreifach-Erwärmer der Krankheitsherd, d.h. Yin-Wasser bzw. Yin-Wasser vermischt mit Yin-Feuer, lokalisiert.
Man erkennt dort dunkelgraues krankes Qi, in welches sich auch dunkles Grün oder Schwarz mischen kann.
Bei Anfällen kann beobachtet werden, wie sich aus dem Krankheitsherd eine Wolke von krankem Qi abspaltet, sich leicht dreht und schnell hoch bis in den obersten Abschnitt des Chong-Mai wandert.
In seltenen Fällen kommt es vor, dass dieses krankhafte Qi in einen Ast des Chong-Mai bis in die Tiefe des Punktes Nei-Guan fließt.

Die Entstehung des Bentun-Qi steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem unteren Dreifach-Erwärmer (物元 Wu-Yuan).Das aus dem Dreifach-Erwärmer abgespaltene krankhafte Qi hat einen direkten Zusammenhang mit der Struktur des Chong-Mai.
Der untere Dreifach-Erwärmer ist ein unsichtbares Organ mit Qualität und hat die Form einer Schaltplatine. Auf der Vorderseite gibt es ein 7-bündiges inneres Gefäß um den Nabel. Dieses bildet 7 Schlüsselpunkte um den Shen-Que-Punkt im Bauchnabel, welcher eine Verbindung zum inneren Gefäß der äußeren Genitalien hat.
Im unteren Bereich des Dreifach-Erwärmers gibt es 9 innere Gefäße, welche in Verbindung zu den 9 Schlüsselpunkten am Ende des Ren-Mai (Konzeptionsgefäß) stehen.
Seitlich des Dreifach-Erwärmers gibt es zwei weitere innere Gefäße mit Verbindungen zu den inneren Nieren und zu den inneren Gefäßen der inneren und der äußeren Nieren (der äußeren Genitalien).
Desweiteren gibt es in den Nieren innere Gefäße mit Verbindung zum Wei-Lü-Punkt (尾闾).
Im unteren hinteren Bereich des Dreifach-Erwärmers finden sich innere Gefäße mit Verbindungen zu den drei Schlüsselstellen des Wei-Lü-Punktes. Von hier aus führen innere Gefäße nach oben zu den Nieren und nach unten zu dem Punkt Zu-san-li (足三里) und zum Yong-Quan-Punkt (涌泉) auf den Fußsohlen.

Im oberen Bereich des unteren Dreifach-Erwärmers gibt es eine starke Verbindung zum Chong-Mai in der Mittelachse. Hier ist der Durchmesser des Chong-Mai deutlich größer als im unteren Bereich, wo er dünner wird und sich verzweigt.
Diese Strukturen unterhalb des Bauchnabels sind nicht nur von entscheidender Bedeutung für die Beurteilung von Bentun-Qi und zahlreichen anderen Krankheiten, sondern auch eine unentbehrliche Grundlage für die Erkenntnis der Wahrheit des Lebens selbst und wichtig für die praktische Übung.

Nur durch Kultivierung der praktischen Übung kann man Jing und Qi (质元 Zhi-Yuan) unterhalb des Nabelbereiches mehren und deren Qualität deutlich verbessern sowie die inneren Gefäße (物元 Wu-Yuan) verbreitern und durchlässig machen.

"坎中一爻不抽动,命体终是后天浊", “kan zhong yi yao bu chou dong, ming ti zhong shi hou tian zhuo” - d.h.: “Wenn sich der Strich im Kan-Trigramm (坎卦) nicht bewegt, wird der Körper im Zustand nachgeburtlicher Verschmutzung verharren.”

Das bedeutet, dass es ohne die beschriebenen Veränderungen im unteren Dreifach-Erwärmer keine wesentlichen Veränderungen im ganzen Menschen geben wird.
Wenn man die Eigenschaften des unteren Dreifach-Erwärmers und die Strukturen des Chong-Mai kennt, wird einsehbar, warum sich Bentun-Qi so schnell aufwärts von der Bauchhöhle zum Kehlkopf ausbreiten kann.
Bei manchen Patienten ist die Menge des sich abspaltenden kranken Qi nicht sehr groß und die Bewegung nicht so stark. Diese Patienten spüren weniger von der aufsteigenden Bewegung und nehmen eventuell nur die Symptome in der Bauchhöhle und im Kehlkopf, also den Ausgangs- und Endpunkten der Krankheit, wahr.
So kann sich ein atypisches Krankheitsbild zeigen, welches der Behandelnde gut kennen sollte.
Mittels innerer Beobachtung durch daoistische Medizin können wir auf der Ebene der 'eigentlichen Ursache' Bilder von Tieren im unteren Dreifach-Erwärmer und der aufsteigenden Qi-Wolke beobachten. Man sieht z.B. besondere Fischarten, Schlangen oder Vögel, als kämen sie aus einem Sience-Fiction-Film. Diese Tiere entscheiden über die Qi-Veränderungen, Bewegungen und Abspaltungen des kranken Qi im Entstehungsherd.

Viele Entdeckungen aus der klinischen Praxis der daoistischen Medizin sind in der Literatur der chinesischen Medizin nicht dokumentiert. Hierbei handelt es sich jedoch oftmals gerade um sehr hilfreiche Regeln und Erfahrungen für Diagnostik und Therapie.
Bei der inneren diagnostischen Betrachtung kann man z.B. durch unterstützenden Einsatz von 'Schwertfinger' und 'Handaugen' unter dem Bauchnabel den ursprünglichen Krankheitsherd lokalisieren sowie die genaue Position, Größe und Konzentration des Bentun-Qi eruieren.
Man kann feststellen, ob das Zhi-Yuan im ursprünglichen Krankheitsherd aus den Nieren oder der Leber herstammt und beurteilen, wie groß der Einfluss des Yin-Feuers des Herzens ist.
Entlang des inneren Gefäßes zu den Nieren bemerkt man in vielen Fällen, dass das Nieren-Feuer gemindert ist.
Auch ist oftmals die Verbindung des inneren Ming-Men (des energetischen Feldes der Nieren) zum Ming-Men-Punkt an der Körperoberfläche nur schwach ausgeprägt.
Man bemerkt oft, dass auch die Verbindungen zwischen dem inneren Gefäß der Leber und den Punkten an der Körperoberfläche, Gan-Shu (肝俞) und Hun-Men (魂门), teils unterbrochen sind und es so zur Leber-Qi-Stauung in den inneren Gefäßen der Leber kommt.
Weitere Stauungen in der Bauchhöhle treten im unteren Bereich des Chong-Mai, vor allem tief im Guan-Yuan-Punkt, auf.
Diese Beobachtungen stehen im Einklang mit den überlieferten Beschreibungen aus der alten Literatur.
Der Behandelnde kann mit dem Qi aus dem Schwertfinger das krankhafte Qi nach unten zwingen und über die Fußsohlen ausleiten. Viele Symptome lassen sich so schnell lindern und lösen. Nur wenige Patienten benötigen weitere Behandlungen mit Kräutern und Akupunktur, um vollständig zu genesen.
Wenn man die Symptome richtig erkennen und beherrschen kann und bei der Akupunktur den richtigen Punkt auswählt sowie die richtige Kräuter-Mischung verabreicht, dann kann der Patient meistens in nur drei Behandlungssitzungen geheilt werden.

Heutzutage sind solch schnelle Behandlungseffekte in China jedoch nur noch schwer zu erreichen. Die Gründe hierfür sollen nun erläutert werden.

Im Huang Di Nei Jing – Suwen, Kap. 14, finden wir eine gründliche und tief greifende Beschreibung der Wahrheit des Lebens und der Pathologie von Krankheiten, was sowohl für Arzt als auch Patient von großem Nutzen ist.
Um diese Beschreibungen für den modernen Menschen von heute besser verständlich zu machen, werden wir die dort dialogisch formulierten Sachverhalte nun in moderner Sprache darlegen:

Huang Di fragt:
Die Heiligen aus alten Zeiten überlieferten dem Volk Methoden zur Herstellung von Kräuterpräparaten - jedoch wird deren direkte Anwendung nicht sonderlich befürwortet. Warum?

Darauf antwortet Qi Bo:
Die Heiligen aus alten Zeiten haben diese Herstellungsmethoden überliefert, um dem Volk eine systematische und ganzheitliche Methode der Krankheitsprophylaxe zu vermitteln und es für alle Eventualitäten vorzubereiten.
Wenn unsere Nachkommen zunehmend vom Dao abweichen und die Tugend (Dé) verlieren, so haben sie mit diesen Methoden immer noch eine Möglichkeit, Krankheiten zu begegnen.
In der alten Zeit haben die Heiligen diese Anwendungen theoretisch vermittelt, obwohl sie damals nicht angewendet wurden. Die Menschen hatten zu dieser Zeit das Dao respektiert und die Regeln des Dé beherzigt sowie die drei Schätze Jing, Qi und Shen im Inneren des Körpers bewahrt. Sie hatten somit ein starkes aufrechtes Qi, wodurch schräges Qi nicht entstehen konnte.
Aus diesem Grund waren sie fähig, den Körper auch ohne Kräuter gut zu regulieren und von außen kommende Krankheiten abzuwenden.
In der Gesellschaft des mittleren Zeitalters gingen die Qualitäten der Tugend zunehmend verloren. Man entfernte sich von Dao und Dé, das Ego entstand und die Begierden wurden langsam stärker.
Im Inneren des Körpers entstehen aus den fünf Yin die fünf Emotionen, welche schräges Qi hervorbringen.
Die angemessene Anwendung von Kräutern ist in solcher Situation notwendig geworden.
Schräges Qi kann auf diese Weise reguliert und beseitigt werden.

Huang Di fragt:
In der heutigen Gesellschaft werden die Kräuter nicht mehr so sorgfältig verwendet, doch deren Anwendung findet weite Verbreitung. Warum?

Darauf Qi Bo:
In der heutigen Gesellschaft haben wir uns vom Dao entfernt und sind vom Dé abgewichen.
Das innere Milieu, welches frei von egoistischen Bestreben und Begierden ist, haben wir verloren.
Somit kann die eine, allumfassende Tugendenergie, das Dé-Yi, nicht mehr aufgenommen werden. Dé-Yi spaltet sich auf in fünf Qualitäten und diese fünf Tugendenergien sind im Körper nicht mehr vollständig präsentiert.
Die fünf Yin und die fünf Emotionen werden nun kontinuierlich im Körper entstehen und zu Krankheiten aus den Tiefen des Körperinneren führen.
Die Fähigkeit der Menschen in alter Zeit, das aufrechte Qi zu nähren und zu bewahren, ging verloren. Schräges Qi kann nun im Inneren entstehen und auch von außen eintreten.
Demgegenüber musste man zu den früheren Zeiten nur acht geben, dass keine äußeren Einflüsse den Gesundheitszustand gefährden.
Heutzutage schädigen die Menschen ihre eigenen drei Schätze, Jing, Qi und Shen, wodurch schräges Qi im Inneren entsteht und der Körper um so eher von außen befallen werden kann.
Deshalb muss man nunmehr alle Methoden verwenden:
Das Gift der verschiedenen Kräuter vermag das innere Gift zu neutralisieren und somit das Qi der tieferen Ebenen zu regulieren.
Scharfer Stein, Nadeln und Moxibustion können die Meridiane und die Öffnungspunkte der fünf Zang- (Speicher-) und sechs Fu- (Hohl-) Organe sowie die des Dreifach-Erwärmers an der Körperoberfläche durchlässig machen. Qi wird so von außen nach innen reguliert.
Nur die Kombination von innerer und äußerer Behandlung kann heutzutage zum Erfolg führen.

Dann fragt Huang Di:
Bei Patienten mit Störung des Bewegungsapparates, Bettlägerigkeit, Verminderung des Blutflusses oder Verlangsamung der Bewegungen kann kein Behandlungserfolg erreicht werden. Warum?

Qi Bo antwortet darauf:
Shen der drei Schätze Jing, Qi und Shen lehnt die Verantwortung für die Funktion des biologischen Körpers ab, was zum Scheitern der Behandlungen führt.

Huang Di fragt weiter:
Warum lehnt Shen diese Verantwortung ab?

Qi Bo antwortet:
Stein, Nadel und die anderen Behandlungsmethoden stehen im Einklang mit den Naturgesetzen des großen Dào.
Deren Anwendungen führen zu den besten Ergebnissen, wenn sowohl der Behandelnde als auch der Behandelte Dào und Dé beherzigen und so die Energie empfangen können, um in Resonanz mit ihr zu arbeiten.
Heutzutage können die Menschen Jing, Qi und Shen nicht mehr aktiv stärken. Somit ist es nicht möglich, den „von Dào erzeugten und von Dé gepflegten“ Qualitäten zu entsprechen.
Die inneren Emotionen und das nachgeburtliche Bewusstsein drängen in den Vordergrund, verhalten sich rücksichtslos und können somit das innere Körper-Land nicht mehr nach den Gesetzmäßigkeiten von Dào und Dé aufteilen. Sie beuten auf eigensinnige Art und Weise das Außen aus, sehen die eigenen Fehler nicht und führen somit zur Verschlechterung der Tugendqualitäten und zu Energiemangel.
Somit kann auch nicht den Behandlungsmethoden des Dào und Dé entsprochen werden, es kann keine Resonanz entstehen und der Behandlungseffekt bleibt aus.

Folgen wir bis hierhin dem Dialog zwischen dem Gelben Kaiser und Qi Bo.

Wenn die Krankheit bis zu einem bestimmten Stadium fortgeschritten ist, wird Jing (die Essenz) angegriffen. Das Haus von Shen (Geist) verfällt langsam, der Geist kann in unserem Körper nicht mehr wohnen und arbeiten und muss ihn letztendlich verlassen.
Wenn Jing aufgezehrt ist und Shen den Körper verlässt, dann verschwinden das Yin-Qi (Nähr-Qi) und das Wei-Qi (Abwehr-Qi) und können sich nicht mehr verbinden. In diesen Situationen verlieren alle Methoden ihre Wirksamkeit.

Was ist die Ursache für solche Entwicklungen?
Man weicht von Dào und Dé ab, verliert den Glauben und unendliche, zügellose selbstsüchtige Begierden haben freien Lauf.
Aufgrund der inneren Unordnung werden Jing, Qi und Shen verbraucht. Die fünf Yin treiben die fünf Emotionen endlos an und zerstören somit die drei Schätze. Immer erneut sucht der in diese Entwicklung verstrickte Mensch neuen Ärger und produziert neues Leid und Not. Dadurch werden Jing und Qi sukzessive aufgebraucht.
Das Yin-Qi kann die fünf Zang, die sechs Fu und den Dreifacherwärmer nicht mehr nähren, das Wei-Qi verliert seine Schutzwirkung und schräges Qi im Inneren kann sich in den tieferen Schichten ausbreiten. Desweiteren kann schräges Qi von außen durch die Körperoberfläche eindringen.
Im Körper-Inneren arbeiten mehrere Shen (体元 Ti-Yuan) in verschiedenen Subsystemen. Diese verlieren die Grundlage, um im Körper zu arbeiten und zu wohnen und verlassen diesen schließlich. In diesem Stadium wird die Krankheit unheilbar.

Dieser Absatz des „Huang Di Nei Jing“ ist sehr wichtig, um aus dem Vertrauen an Dào und Dé heraus wahre Gesundheit verstehen zu können, Krankheiten vorzubeugen und zu behandeln sowie die Behandlungseffekte zu verbessern.

Anmerkungen:

1.
Es werden drei Arten von Ursachen unterschieden: äußere Ursachen sind z.B. Wettereinflüsse oder Krankheitserreger, innere Ursachen beziehen sich auf das Innere im Menschen (energetisch wie auch körperlich) und die eigentlichen Ursachen sind im geistigen Bereich zu finden. Diese entstehen aus dem Ursache-Wirkung-Prinzip (dem Gesetz des Karma) und markieren die Spuren der Vergangenheit und vormaliger Leben; sie sind erblich und schwer zu lösen. Nur wenn die Energie der Wirkung freigesetzt wird können die eigentlichen Ursachen verschwinden.

2.
Hier wird das Taiji-Symbol als Bild für die sichtbaren und unsichtbaren Bereiche des Seins verwendet. 'Weiß' meint hier alles von Verstand und Sinnesorganen erfassbare, den sichtbaren Bereich des Seins, und 'schwarz' zielt auf den unsichtbaren Bereich, der in unserem nachgeburtlichen Bewusstsein mittels des gewöhnlichen Verstandes und der üblichen Sinnesorgane nicht erfasst werden kann.

3.
Im Daoismus ist das Wissen über zahlreiche Wesen im Körper überliefert. Man kennt folgende im geistigen System hierarchisch geordneten Anteile:
Xing (der sich reinkarnierende Lichtpunkt, Wesen); 3 Hun; 5 Yang-Shen, 5 Yin-Shen;
7 Po-Schlüsselpunkt-Shen (Qiao-Shen).
Die alte chinesische Medizin schreibt jedem der fünf Organe jeweils einen Yang- und einen Yin-Aspekt zu, die 5 Yang- und die 5 Yin-Shen. Die 5 Yang-Shen sind für unwillkürliche Körperfunktionen, wie z.B. den Herzschlag oder die Verdauung, zuständig während die 5 Yin-Shen für willkürliche Körperfunktionen zuständig sind. Shí-Shén vom Herzen ist z.B. für alle Sinnesorgane zuständig.
Die 5 Yin-Shen werden wie folgt zugeordnet:
Organ Name des Yin-Shen Emotion
Herz Shí Shén 识神 Freude
Leber Hú Yóu 游魂 Wut
Lunge Gũi Pò 鬼魄 Trauer
Niere Zhuó Jing 浊精 Angst und Schrecken
Milz Wãng Xìn 妄意 Sorge

Diese Emotionen schaffen unreines Qi, welches vom Yin-Shen des Herzens gesammelt wird, was unser Bewusstsein in der Großhirnrinde negativ alteriert und zur inneren Krankheitsursache führen kann.

Erklärung von wichtigen Begriffen:

物元, Wu-Yuan, 是指肉眼不可见但客观存在的物体物品,即固体。如三焦
d.i. unsichtbare, aber objektiv wirklich existierende Substanz in fester Form, z.B. der Dreifacherwärmer

质元, Zhi-Yuan, 是指肉眼不可见但客观存在的非固体。如气光音
d.i. unsichtbare, aber objektiv wirklich existierende Substanz in nicht-fester Form, wie z.B. Qi, Licht und Klang gezählt

体元, Ti-Yuan, 是有形态的生命体。如神魂灵
d.i. unsichtbare Lebewesen mit Gestalt und Form

本因, Ben-Yin, 有历史痕迹的遗传性的,不会轻易消失的特点。是有因果关系造成的, 只有在释放了果以后才会消失,
d.i. eigentliche, ursprüngliche Ursachen; besitzen Spuren aus der Vergangenheit und vergangenen Leben, auch erbliche Eigenschaften. Sie verschwinden nicht leicht. Sie entstehen aus dem Ursache-Wirkung-Effekt. Nur wenn die Energie der Wirkung freigesetzt wird, können die eigentlichen Ursachen verschwinden.
《道医治疗学》
奔豚气疾病

熊春锦
奔豚气之病,对于学习、了解、区分、鉴别道医学、中医学、西医学的不同学术特征、方法论特点,可以说在各种疾病中,是一个非常具有代表性、典型性的病种。 如同道医学、中医学、西医学在研究经络是否客观存在一样,已经形成了各自的特征。在研究经络学中,道医学是自己内观体验,物格而自明;中医则是依据前贤古 籍经典而力争;西医学则是先在尸体上以解剖刀觅寻,遍寻不着则否定,继而又在活体上以神经学、血液动力学、体液学等等张冠李戴而强名。
奔豚气,由于在东方和西方发病率都较普遍地存在,发病率并不低。而且此疾病的典型患者,皆有始发于脐下腹中,有物成团状,构成典型疼痛,并且此团状物能在 脐上直线上升运动,长驱直入而运动至喉颈,然后慢慢散开而消失。发病过程病人体感明显,过程清晰,症状典型,临床上部分医者甚至可能详细观察到患者全过程 的“团状物无中生有”,至喉而自行“有化为无”。从而使西医难以准确予以定名。但是,这种“无中生出有,有又自化无”的气机病变聚集和消散过程,却又无可 辩驳地证明了道医和中医气机生出病机的科学性。所以特别值得分析与研究,在分析研究中确立道医与中医科学性的坚实地位。为了使读者更深入地了解道医学,这 里特此对奔豚气,作一些系统性的分析,虽然可能仍然难以全面周全,但是纲要基本立于其中,可能会对读者产生抛砖引玉的作用。
病名概述:
奔豚气,是一个古病名,豚:tun 音囤,豚,即小猪。这一命名,典型地表现出黄老形名学说在传统中医学中的应用,并且直指病因中内在的原理:猪为亥,属水。正如《灵枢》、《难经》、《金匮要略》,《医宗金监》等医籍中所说,奔豚气,为五积之一,属肾之积。
奔豚,即贲豚,首见于《灵枢·邪气藏府病形》篇。《难经·五十六难》曰:“肾之积名曰奔豚,发于少腹,上至心下,若豚状,上下无时。”《金匮要略》:“奔 豚病,从少腹起,上冲咽喉,发作欲死,复还止,皆从惊恐得之。”《经》曰:“惊则气乱,恐则气下……”。肾主惊恐,故奔豚之病因,当责之于肾,其病机则为 寒邪上冲所致。故其症若豚奔。“豚为水畜,性燥善奔也。”(《伤寒论直解》)。
病机辨证:
张仲景在其名著《金匮要略·奔豚气病脉症治第八》中,将此病作了系统阐述。“病有奔豚,有吐脓,有惊怖,有火邪,此四部病皆从惊发得之”,张仲景在此只是 未直揭其中的气机原理,因为古中医从业者熟读《黄帝内经》,以《经》为宗旨,以精气神三宝为根本而揭示疾病,无需处处赘述。此说,阐明了奔豚气的病因与精 神情志异常影响气机有关,惊,属于肾中情志气乱的诱发原因,其中惊为外因诱生,恐,则为内阴生成,而并不是单纯是指惊吓或恐惧。因肾气为先天之本,后天之 倚,因此肾内的情志病气可以诱发其它四种情志病气的发生。奔豚气的病因,有因情志活动产生内邪之气,损伤肝肾而生成病气,亦可能下焦潴留寒水之气未化,复 因汗出过多,外寒侵袭,汗后心阳之气不足,肾脏阴寒之水气乘虚上逆,以致病气从少腹上冲,直达心下。本证发病,多与肾、肝、心三脏生成的病气有关,并与冲 脉的结构传输关系尤为密切。
奔豚气,病名就形象地直言其病状。是一种发作性腹部绞痛,下腹气上冲胸,直达咽喉,胸闷气急,头昏目眩,心悸易凉,烦躁不安,甚则抽搐、厥逆,发作过后如 常,少数病例或兼有乍寒乍热,灼热如炙,或夹杂寒热往来,以及吐脓症状。其辨证要点是气发脐中,其气上冲,“腹痛”常兼而有之,部分病例兼有“往来寒热” 或者灼热、抽搐、昏厥。“气发脐中,其气上冲”的表现,患者常为明显或非明显地自觉有一股气,在脐内或脐周萌动以后,从下腹部上冲至胸咽区域;部分人对其 气的上冲过程,并无明显感应,仅仅感觉咽喉或胸中窒塞而已。这类非典型性的病例,常伴有肝气久郁、情志失调的其它一些疾病共生存在。故对于非典型性的奔豚 气疾病,应当认真分析与把握,避免误诊的可能性。
西医比对:
西医研究疾病,因为完全是从太极白境中展开研究,建立认识论。而且对疾病的确认常常是独立认证,分散确立。这是因为西医学缺乏认识人体内精气神三宝的理论 和方法。未能建立从气机学说中认证疾病的机制。西医常常将奔豚气这一典型的气机病因病理现象,分散割裂开来确定病名。例如,西医学中常常分别以神经官能 症,血管痉挛综合症,腹壁肌肉痉挛,肠道积气痉挛,原发性高动力性综合征,等等病名,分散而孤立性地确定众多的病名。而且,对于非典型性的奔豚气病,则又 常常误诊为胃肠炎、胃肠痉挛、尿路感染、尿路结石、盆腔炎、附件炎等疾患。
西医学由于不明气机的机理,所以并不能完整地阐释奔豚气这种非常典型的气机病。所以,奔豚气病,非常有益于我们在医学领域中,找到传统中医学的定位,有益 于中医逆溯于道医,清醒地观察到中医与西医的区别性。因为唯有道医学和传统中医学才能揭示和把握这种典型的气机疾病。以奔豚气一类典型的气机病变分析道 医、中医、西医案例,在理论上确立传统中医的地位性。预防中医从业者被动性地在西医的劳改营中,患上“斯德哥尔摩综合症”而自毁真正的中医。
道医分析:
道医察病,居道○,用德一,不离精气神三宝,道医辨证,重视气机中的水火平衡之变。奔豚,是一种极其典型的气机异常发病。气机异常活动,是此病的关键所 在。道医重视以简驭繁,以外因为导向,直追内因和本因,“知其白,守其黑”,分析不离质元的精和气以及物元的经脉传输系统。不被疾病的表象所惑。抓住质元 气的质变和病变,物格于病气的形成和在经脉中的异常传导,知至其内因和本因而进行疏导、化解与清除。
《难经》在对“肾之积”进行分析时说:“脾病传肾,肾当传心,心以夏适王,王者不受邪,肾复欲还脾,脾不肯受,故留结为积。”这段分析,对解析奔豚气的成 因,具有深刻的指导意义。肾之积常始生于夏,常因患者信德不足,脾土胃气失于淳厚,后天之本的脾胃必然先自损或者外损于内,因而产生阴土妄意之邪气,脾中 邪气以克侮之局而侵入肾内克制肾阳玄冥之阳水,使肾中产生邪气,而这种阴水邪气本应当入侵于心火,但由于心火恰逢当旺之时,而无法侵入克制。故此邪气就会 流动而扑向脾,阴水欲侵土,土必拒而不受,阴水才会反弹而回,滞留并且沿内脉道渗入下焦,囤结而成为肾之积。这一段论述,有利于医者从道医和传统中医的整 体观、系统论上总揽患者体内气机的概貌,分析内五行的平衡自主性调节功能状态,有利于从全局观中分析掌握患者的病机,以及疾病发展趋势与转归的调节把握。
在病因分析中,对子系统和局部分析,同样不可忽视。内五阴主宰的情志干扰活动,是内在的成因,“皆从惊恐得之”并非虚论。“惊则气乱,恐则气下”。这个 乱,既有肾中阴水之气的乱,也有母传子的胆中木气之乱。这个下,既有阴水之不化而下行囤积于下焦中之下,也有肝中阴木情志化火不散,下行囤积于下焦之下。 这种阴水阴火之下积于下焦,窜行于冲脉,即是此病的内因。同时应当把握住,此阴水阴火,皆是气的外象,把握住气机,才是认识此病内因的根本。但现代中医界 常容易舍简取繁,丢气而执于阴水与阴火的外象。追比西医的分类细化性而自己陷于局限性,丢失了优于西医的以精气神辨证论病的根本优势。
因此临床中将奔豚气病质元的病气分为两类,一类是由于肾脏水中的阴水寒气,因肾火不足,化水失司,阴水寒气沿内传输脉下行囤积于物元的下焦生理结构体之 中,也就是脐后的腹腔之中。这种阴水寒气,当其活跃时,因气机波动诱发,而析出一部分病浊之气,在局部转动,或者在腹腔和胸腔内上冲于冲脉的上端区域,形 成病机。诱发腹壁肌肉痉挛、肠道痉挛、腹腔血管痉挛或速率改变,神经系统传导异常,而产生疼痛、心血管病象和神经官能症等等单项或者数项综合性的临床症 状。各种病象虽多,然而却只是病气妄行时作用于所经之地,连带触发引起各类不同的病象反应而已。大可不必人为地将疾病复杂化,执其一则诸症毕。把握住气机 这个一,也就能够全面地掌控众多的连带病象,进行真正地治病求治本的施治。
另一类则是由于肝脏中阴木生火气积于有质无形的下焦之中,在脐后构成病气的原发灶,活动时析出病气团,上逆于喉区,同样构成前述的一些病机,其中可能伴有 烧灼感,寒热夹杂类的体证。这两类病因都是因五志异常活动生成质元性的病气,传导于下焦这个有质无形的生理结构中凝滞不化,因凝结甚之,则以病气聚体而 动,发生病变体证,不断析出新的病气团冲逆沿冲脉而上,散而复生,经久难愈。道医临床观察中,在其在下焦脐周内,由阴水或阴水杂阴火构成的病床灶中,常常 可以慧观到深灰色,杂以暗绿黑色的病气原发灶的结构。疾病发作时常可慧观到从此病灶中析出一股病气能量团,在局部稍作转动后,迅速上冲,直达冲脉的顶端, 极少数病例,可以观察到此病气流,冲入冲脉的分支而直达内关穴处的深部。
奔豚气的产生,在原发性上与有质无形的物元下焦器官密切相关,而其析出的病气能量团上冲之象,则与有质无形的物元冲脉结构特点直接相关。
下焦这个有质无形的器官,形似一块集成电路板块,前有七条内脉成束状分布于脐周,构成神阙周边内的七窍,并且这七条内脉又与向下通达于外生殖器的内脉相络 接。下焦器官体的底部,有九条内脉与任脉终端的九窍相络接,下焦的左右,有两条内脉与内肾相通,并且与内肾和外肾的内脉相络接,而且肾中有内脉通于尾闾。 下焦的后下方有内脉与尾闾的三窍相连。由尾闾有内脉向上连通肾堂,向下在深层通向三里,再延至足底涌泉。
而下焦的上方与冲脉连接紧密,如轴状形,贯穿其中连接其上,在下焦器官的上侧冲脉的管径较粗,而在下焦底部冲脉却明显较细,而且是一种多分支性的连接,显 得比较分散而不是明显集中。人体内下焦器官和冲脉在腹腔内,脐水平线区域的这种有质无形生理组织器官的特征,不仅对于辨证分析奔豚气和许多疾病具有决定性 意义。同时在认识生命真相,进行修身修真实践时,同样是不可或缺的理论基础。修身修真的真实变化,只有在完成下焦下方底部,也就是脐水平面以下腹腔中质元 精与气的补充升质,物元的众多内脉疏通扩容以后,才能进入比较理想的变化阶段。“坎中一爻不抽动,命体终是后天浊”。(另文介绍)
掌握了下焦器官的特点和冲脉的特征以后,就不难明白为什么奔豚气的奔动能够迅速上行,经腹腔而直达于咽喉区。部分患者,还会因为析出滚动的奔气量少,运动 力弱,在上行的过程中并不产生明显的自我体感,对整个运行过程并不明显感知,却只在腹腔原发点和咽喉的终端处产生症候,构成一类非典型性的奔豚气病患。这 是行医者必须把握的一种现象。
道医在慧观中,如果进入本因层次中慧观,常可望见下焦中或者上行的气团中附有一些动物的画像,例如特殊的鱼类、蛇类、飞禽类的动物全息景象,如同科幻片一样,它物主理着原发灶中的气机和操控着析出的病气团生成。
道医在临床诊断实际操作中,许多发现是中医学内并未收录,却对诊断和治疗极有帮助的法则和经验。例如,当运用指剑掌眼配合慧观进行诊断时,可以准确地在脐 周体表定位奔豚气的原发病灶点,确定它的位置、大小、浓淡。可以查出原发灶内的质元来源肾藏还是肝藏,以及确定心中阴火对它影响的大小。当沿着内脉道追查 至肾藏中时,常可发现其中的肾火不足,而且内命门与体表命门之间的通透性低而弱;在肝藏常可发现肝的内脉在与体表的肝俞和魂门这两个重要的穴位门户之间, 呈断续性的传导,表现出肝气滞于内脉中的现象。而在腹腔三焦区域,则可发现冲脉在小腹腔中处于阻滞闭塞之状,尤其在关元的深层处,常是滞塞点,这一现象与 古医籍不谋而合。当术者用剑气强行扫除其中的瘀滞,逼使原发病灶中的病气下行,通过足底涌泉穴排出体外时,患者的各种病症现象则常会出现迅速缓解消失的情 况。只有部分患者还是需要佐以针灸和中药进行跟进性的治疗。但是,只要牢牢把握住道医术检查中发现的现象、体征拟定针炙取穴的主次,确立药方的君臣佐使, 病人常常只需要三次治疗即可痊愈。但是,在国内,疗效一般难以如此迅速,其中的原因,我们还是分析一下较好。
《黄帝内经·素问》汤液醪醴论篇第十四里的一段,对于生命的真相和疾病的原理,揭示的极其深刻和透彻,对医者和患者都具有极大的教益。为了使现代人能直接读懂这一段内容,在这里我们直接用白话文进行释读:
黄帝问,上古的圣人传授百姓制作中药的煎剂汤药和浸制药酒酊剂的方法,却并不主张直接使用,是什么原因?歧伯回答说:自古圣人传授制作煎剂汤药和浸制药酒 酊剂的方法,只是让百姓系统性全面性地了解和掌握防治疾病的方法,作到有备无患,以利后世离道失德的社会出现以后,能及时地运用这些方法防治疾病。所以, 虽然自上古时代起,圣人传授了运用中药治病的方法,但只是承传而并不实际使用,因为当时的人们尊道贵德,精气神内守,正气内存,邪不内生,并不需要使用中 药煎剂,就能自我养生调节,防治外感性的疾病。到了中古之世时期,社会的道德观念下降,人们出现离道失德的心智活动,私心贪欲渐起,体内五阴生成五种情志 的邪气时常发生,适当配合服用才能周备安全,调节清除邪气的内生。
黄帝问,现今的社会上已经不再慎用中药制剂,而普遍使用,这又是什么原因呢?歧伯回答说:现在的社会,人们离道失德之势已经形成,由于人们少私而寡欲的内 环境丢失,德一的能量在体内已经无法吸收,德一散五,仅有的五德在体内也参差不齐。人们的五阴、五情志活动不断地生成于内,患发于自身体内的深层中,已经 失去上古之人那种正气内存、内实,邪气不会内生,外邪不易深达于内。只需要防患病邪从外攻袭于体表卫气,就能维护健康的状态。所以,现在的人们自毁精气 神,产生邪气于内,外邪侵袭于体表。必须全部方法都使用上去,用各种中药以毒药中和内毒而从内部深层调治。同时运用锐石、针刺、艾炙调治于体表经络穴位的 气机,疏通五藏六腑三焦在体表的户牖,由表及里地进行沟通调整气机于外。内治气机与外治气机协同配合,才能产生良好的防治效果。
黄帝接着问:患者的形体活动功能丧失,卧床不起,血液流量锐减,运行缓慢,而治疗却不见功效出现,这是什么原因呢?歧伯回答说:这是因为人体内精气神三宝 中的神,拒绝执行管理命体功能的职责所造成。黄帝继续追问:为什么会出现体内的神拒绝执行管理职责呢?歧伯回答说:针石等各种医治的方法,都是符合于大道 的自然规律的,它们的运用是否能够产生最佳的效果,还需要使用者和受用者内在的尊道贵德品格与能量作为受体,同频配合。现代的人们,不能主动提升自己的精 气神以符合“道生之,而德畜之”的品质要求。内在的情志活动和后天意识恣意妄为,不能主动依照尊道贵德的原则治理内身国,固执地外求索取,毫不反省自身的 不足,造成内在的品格低劣,能量匮乏,不能与符合道性规律的医治方法相应,同频共振。所以疾病难以治愈。
疾病发展到了一定阶段时,体内的精坏质损,神所需要的房舍破败脏臭不可居住和进行工作,神也就必然离体弃形而去,精坏神离后,人体的荣气和卫气必然迅速散逸消失,而不可能再重新收聚运行,在这种情形下,各种医治手段也就全无效验。
造成这一切的根本原因到底在什么地方呢?因为人们离道失德,丧失道德的信念,自私贪婪,嗜欲无穷,内乱、内耗精气神,五阴生发无穷的五情志活动而自伐精气 神。自寻烦恼而产生忧患不断滋生,导致体内精气散失破坏。荣气不能营和于五藏六腑三焦,卫气的层级保护消失,内邪蔓延滋生于深层,外邪长驱直入体表。在体 内各系统中主持工作的神,这些体元失去居住和工作的最起码环境,纷纷离开各自的工作环境,所以疾病无法治愈。
《黄帝内经》中的这一段话,对于人类从尊道贵德的诚信中认识健康,防治疾病,提升治疗效果,是极其重要论证。

 

                                                                                                 -W.L.-

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